CSD Wesel
NIE WIEDER STILL

 

Liebe Community, liebe queere Menschen aus Wesel und Umgebung, liebe Freund*innen, Familien und Unterstützer*innen!

Trefft euch mit uns am 11.07.2026 um 14:00 Uhr auf dem großen Markt. Gemeinsam ziehen wir bunt, laut, sichtbar und friedlich zum Berliner Tor.

 

Termin: Samstag, 11. Juli 2026
Start: 15:00 Uhr
Startpunkt: Großer Markt, Wesel

11. Juli 2026 

Demonstration & Umzug

Ab 14:00 Uhr ziehen wir gemeinsam vom Großen Markt in einem bunten, friedlichen Umzug durch die Stadt bis zum Berliner Tor.
Alle Menschen sind willkommen – unabhängig von sexueller Orientierung, geschlechtlicher Identität, Herkunft, Alter oder Weltanschauung.

 

Bühne & Rahmenprogramm am Berliner Tor

Am Berliner Tor erwartet euch eine Bühne mit einem abwechslungsreichen, vielfältigen Programm. Unter anderem mit:

Das Programm steht für Kreativität, Haltung und Lebensfreude – genau das, wofür der CSD steht.

 

Schirmherrschaft

Wir freuen uns besonders über die Unterstützung durch unsere Schirmherr*innen:

Unterstützt den CSD Wesel

Ihr wollt uns unterstützen, z. B. durch Spenden oder als Verein/Gruppe/Unternehmen als Fußgruppe sichtbar teilnehmen oder z. B. selbst mit einem Stand vertreten sein?

Dann meldet euch bitte unter info@wesel-demokratie-vielfalt.de

Der bereits seit 1969 bestehende CSD ist gleichzeitig Demonstration und Straßenfest.
Menschen feiern und protestieren für die Rechte und die Sichtbarkeit der LGBTIQ+ Community, also der queeren Gemeinschaft.

Dieses Anliegen ist im höchsten Maße demokratisch und auch im Jahr 2026 immer noch wichtig und aktuell.
Wir freuen uns darauf, mit euch gemeinsam ein Statement zu setzen.

 

Spenden bitte mit dem Stichwort „CSD“ unter  folgendem Link: 


 

Jede Unterstützung zählt – gemeinsam machen wir Vielfalt sichtbar!

 

Sei dabei. Sei laut. Sei sichtbar.

 

Der CSD Wesel ist mehr als eine Veranstaltung –
er ist ein Zeichen für Demokratie, Menschenrechte und eine offene Stadtgesellschaft.

Wir freuen uns auf euch!

 

Mit freundlicher Unterstützung von:

Interview mit syrischen Mitbürgern

Im Rahmen einer Aktion des Vereins Wesel für Demokratie und Vielfalt berichten drei syrische Geflohene von ihren Erfahrungen in Syrien und den Beweggründen für ihre Flucht. Ihre persönlichen Schilderungen geben Einblick in Lebensrealitäten, die von Angst, Verlust und schwierigen Entscheidungen geprägt sind. Zum Schutz ihrer Privatsphäre bleiben die Gesprächspartner anonym und werden ausschließlich mit ihren Initialen vorgestellt.

Syrien ist noch nicht sicher – und Rückkehr darf niemals erzwungen werden

Im Jahr 2011 begannen in Syrien friedliche Proteste gegen das autoritäre Regime von Baschar al‑Assad. Die gewaltsame Niederschlagung der Demonstrationen führte rasch zu einem verheerenden Bürgerkrieg. Bereits Anfang 2015 gingen die Vereinten Nationen von rund 220.000 Toten aus – eine Zahl, die schon damals als unvollständig galt. Millionen Menschen flohen vor Gewalt, Zerstörung und Verfolgung. 

 

Am 8. Dezember 2024 wurde das Assad‑Regime durch eine Rebellenoffensive gestürzt. Dieser Machtwechsel bedeutete jedoch keine Stabilisierung der Lage. Auch unter der Übergangsregierung kommt es weiterhin zu bewaffneten Auseinandersetzungen, insbesondere im Norden und Osten des Landes. Extremistische Gruppen wie der sogenannte „Islamische Staat“ nutzen das Machtvakuum, um erneut aktiv zu werden; mehrfach kam es zu Ausbrüchen von IS‑Kämpfern aus Gefängnissen. 

 

Dennoch mehren sich in Europa Forderungen nach Rückführungen syrischer Geflüchteter. Diese Debatte suggeriert, die Gefahr sei gebannt – doch das entspricht nicht der Realität. Große Teile Syriens sind weiterhin zerstört. Strom‑ und Wasserversorgung funktionieren vielerorts nur eingeschränkt, Häuser, Schulen und Krankenhäuser liegen in Trümmern. Ein belastbarer Wiederaufbau hat bislang kaum begonnen. Besonders groß ist die Gefahr durch Minen und explosive Kriegsreste. Seit dem Machtwechsel wurden nach Angaben der Vereinten Nationen über 1.000 Menschen getötet oder verletzt, darunter viele Kinder. Sprengkörper liegen in Wohngebieten, auf Feldern und in den Ruinen zerstörter Städte. Ein Beispiel steht stellvertretend für viele: Der 16‑jährige Isa Ali Al‑Naser spielt mit anderen Jugendlichen auf einem staubigen Platz – zwei Steine markieren die Torpfosten. Seine Familie ist erst vor Kurzem nach Syrien zurückgekehrt. Als Isa den Ball aus einem Graben am Spielfeldrand holen will, detoniert eine alte Mine. Sekunden später fehlt ihm ein Unterschenkel. Ein Relikt eines Krieges, der offiziell als beendet gilt, dessen tödliche Folgen aber allgegenwärtig sind.

 

Das Auswärtige Amt warnt weiterhin dringend vor Reisen nach Syrien. Auch Bundesaußenminister Johann Wadephul betont, dass sichere und freiwillige Rückkehrperspektiven derzeit nicht gegeben sind. Viele Menschen, die aus Syrien geflohen sind, haben sich hier ein neues Leben aufgebaut. Die aktuellen Rückführungsdebatten lösen große Angst aus, alles erneut zu verlieren und in ein Land zurückgeschickt zu werden, das ihnen keine Sicherheit bieten kann. Aus diesem Grund haben wir Menschen befragt, die aus Syrien zu uns gekommen sind. 

Si: Ich lebte in Russland, doch meine Aufenthaltserlaubnis wurde nicht verlängert – ich wurde sozusagen sanft abgeschoben. Ich stand an einem existenziellen Scheideweg: Eine Rückkehr nach Syrien hätte ein ungewisses, möglicherweise tödliches Schicksal bedeutet. Deutschland wählte ich nicht nur als geographischen Zufluchtsort, sondern als politische und moralische Entscheidung, die mit meiner grundsätzlichen Ablehnung des Assad-Regimes und der Einparteienherrschaft in den kurdischen Gebieten übereinstimmt. Ich legte dem deutschen Gericht meine Unterlagen sowie meine politischen und medialen Aktivitäten vor. Das Asyl war für mich keine Option, sondern eine existentielle Notwendigkeit zum Schutz meines Lebens und meiner geistigen Freiheit.

 

Sa: Nach dem Tod meines Vaters wurde mein Onkel unser Vormund, wegen des Krieges wurden mein Großonkel und seine drei Brüder entführt und getötet, und meine Mutter floh mit ihrem Mann. Meine Geschwister und ich blieben allein bei unserer Großmutter zurück. Ich konnte weder meine Bildung fortsetzen noch in Sicherheit leben. Es gab kein Essen, keinen Strom, keine medizinische Versorgung, besonders für meinen Bruder (er war krank) und keine Unterkunft. Das war zu viel für ein einsames Kind.

 

R: Gewalt und Unsicherheit

Si: Meine Familie lebte in Syrien in einem finanziell akzeptablen Rahmen. Doch finanzielle Stabilität verliert ihre Bedeutung, wenn Angst den Alltag bestimmt. Ich verließ das Land mit 18 Jahren nach dem Abitur, um 2008 in Russland Pharmazie zu studieren. Seit 2011 – seit dem Bruch der Fassade des Regimes und der Offenlegung seiner Schwäche gegenüber dem syrischen Volk – bin ich nicht mehr zurückgekehrt. Was danach folgte, markierte den Beginn einer historischen Phase, deren Nachwirkungen Syrien bis heute erschüttern.

 

Sa: In Syrien war ich ein Kind, dass mit meiner Mutter lebte und zur Schule ging

 

R: Nachdem unser Haus beschädigt worden war, zogen wir zu meinen Eltern in ein anderes Viertel

Ich war früher Angestellter in einem Krankenhaus und meine Frau war Lehrerin.

Wir haben einen Sohn.

Si: Meine Reise führte von Moskau über Belarus und Polen nach Deutschland – ein harter Übergang durch eine graue Zone zwischen Leben und Tod. Die Wälder, die ich durchquerte, waren nicht nur geografische Hindernisse, sondern symbolische Grenzen: zwischen einer Welt, die den Menschen als Last und Risiko betrachtet, und einer Welt, die ihm einen eigenen Wert zuschreibt. Das Überqueren dieser Grenze war mein erster Schritt in ein neues Leben.

 

Sa: Ich floh mit meiner Schwester nach Jordanien, während mein Bruder bei meiner Großmutter in Syrien blieb. Wegen der Entführungen von Mädchen und weil ich selbst einmal Opfer geworden war. Dort setzte ich mein Studium fort und arbeitete sehr fleißig. Ich engagierte mich in internationalen Organisationen, bis ich, nachdem ich einen detaillierten Vorschlag für saubere Energie eingereicht hatte, für eine Veranstaltung im europäischen Parlament und Kommission nominiert wurde. Von dort aus konnte ich nicht mehr nach Jordanien zurückkehren und blieb in Deutschland.

 

R: Via Türkei und meine Familie als Familienzusammenführung.

Si: Meine Eltern und meine Schwester leben weiterhin in Syrien – in einem Land, in dem sich fast alles verändert hat, außer der allgegenwärtigen Angst, die konstant geblieben ist.

 

Sa: Nein, mein Bruder und ich sind in Deutschland, meine Familie ist in Jordanien.

 

R: Ja meine Eltern und meine Geschwister und meine Frau hat dort ihre Familie und zwei Schwestern.

Si: Die aktuellen Diskussionen über Abschiebungen zeigen eine tiefe Kluft zwischen Politik und menschlicher Realität. Syrer, die versuchen, sich zu integrieren, eine neue Sprache zu erlernen und ihr Leben wieder aufzubauen – darunter auch ich – sehen sich plötzlich der Gefahr ausgesetzt, in ein Land zurückgeschickt zu werden, das nicht mehr lebenswert ist. Syrien ist heute kein funktionierender Staat, sondern ein Mosaik aus Konflikten: ein Regime mit Gewaltmonopol, ausländisch unterstützte Milizen und bewaffnete Gruppen, die das Land wie Kriegsbeute aufteilen. Die Rückführung einer Person in diese Realität ist kein Verwaltungsakt, sondern ein Urteil über ihr Leben. Echte Gerechtigkeit erfordert die Unterscheidung zwischen jenen, die eine Gefahr darstellen, und jenen, die Teil der Gesellschaft werden wollen. Beide gleichzusetzen, wäre ein Unrecht gegenüber Unschuldigen.

 

Sa: Diskussionen beeinflussen mich sehr. Ich habe mir seit Ankunft in Deutschland einen klaren Plan gemacht: so schnell wie möglich in meinem Beruf arbeiten. Aber diese Diskussionen machen mich nervös und lassen mich Angst vor meiner Zukunft haben. Sie bringen mich dazu, viel länger über meine nächsten Schritte nachzudenken. Das ist wirklich sehr schwer, ich habe so eine Phase der Unsicherheit schon früher erlebt.

 

R: Wir fühlen uns ängstlich und instabil.

Si: Das Assad-Regime war kein modernes politisches System, sondern eine institutionalisierte Gewaltmaschinerie über Jahrzehnte. Für Minderheiten, einschließlich der Kurden, bedeutete es die Fortsetzung historischer Ausgrenzung. Der Sturz des Regimes war politisch und moralisch notwendig, doch das entstehende Machtvakuum wurde von extremistischen Gruppen gefüllt, die in ihrer Ablehnung von Pluralität und Andersdenken kaum vom alten Regime zu unterscheiden sind. Die Tragödie Syriens liegt nicht in einem einzelnen Machthaber, sondern in einem gesamten System, das Unterdrückung unter wechselnden Namen und Masken reproduziert.

 

Sa: Ich habe ein gutes Gefühl dabei, dieser Verbrecher und sein Regime sind Geschichte. Gleichzeitig bin ich aber auch traurig, weil so viele Familienmitglieder seinetwegen gestorben sind und ich so viel verloren habe. Dies hat erhebliche psychologische Auswirkungen auf mich und Angst auch vor der Zukunft und neuen Leuten im Regime. Wir haben das Vertrauen in alle verloren, sie sind alle Kriminelle. Ich möchte darauf aufmerksam machen, dass Syrien heute wie ein kranker Mensch ist, der Zeit braucht, um zu genesen. Dennoch wird es weiterhin angegriffen und leidet unter vielen Krankheiten. In so einer Umgebung kann ein Mensch nicht leben.

 

R: Aus meiner Sicht war ich nach dem Ende des Assad-Regimes optimistisch, dass die Ungerechtigkeit verschwunden sei, aber unter der jetzigen Regierung ist die Angelegenheit immer noch unklar, da wir keine Veränderung erlebt haben, insbesondere im Hinblick auf Sicherheit, aber vor allem für uns als Minderheit in Syrien, da Fälle von Entführungen und Angriffen auf Christen aufgetreten sind und die Regierung nicht in der Lage ist, die Angreifer abzuschrecken.
 

Si: In Deutschland erlebe ich erstmals, was individuelle Freiheit in einem demokratischen System bedeutet. Ich lebe allein, lerne regelmäßig Deutsch und arbeite Schritt für Schritt an einem eigenständigen Berufsleben. Ich empfinde tiefe Dankbarkeit gegenüber dem deutschen Staat und der Gesellschaft, die mir Raum gegeben haben, ich selbst zu sein – kein anonymes Rädchen in einem autoritären System, sondern ein Individuum mit Stimme und Zukunft.

 

Sa: Ich bin erneut in eine Wohnung umgezogen. Zuvor habe ich das Sprachniveau B2 beruflich in nur zwei Jahren abgeschlossen. Außerdem habe ich meinen Hochschulabschluss im Bereich der medizinischen Labortechnik anerkennen lassen. Zurzeit suche ich eine Arbeitsstelle. Ich habe mich bereits beworben und warte auf eine Rückmeldung.

 

R: Wir fühlen uns sicher und die Zukunft steht uns offen.

Si: Syrien ist derzeit kein sicherer Ort für Menschen mit eigener Meinung. Entführungen, willkürliche Verhaftungen, gezielte Tötungen und Rechtslosigkeit sind keine Ausnahme, sondern Alltag. Journalisten und Schriftsteller dort leben permanent am Abgrund. Deutschland ist ein Rechtsstaat. Wir fordern keine Sonderbehandlung, sondern Gerechtigkeit: Bestrafung der tatsächlichen Täter, nicht die Pauschalbelastung eines gesamten Volkes. Eine undifferenzierte Rückführung wäre moralisch und historisch ein Fehler und widerspräche den Grundprinzipien moderner Demokratien.

 

Sa: Nach 14 Jahren der Trennung konnte ich meinen Bruder hier in Deutschland wiedersehen. Er ist jemand, der viel allein durchgemacht hat: Verletzungen, mangelnde medizinische Versorgung und er braucht jetzt Behandlung und gesundheitliche Betreuung wegen seiner vielen Operationen. Ich habe wirklich Angst vor den Auswirkungen der Entscheidungen auf ihn, denn bislang wird sein Gesundheitszustand nicht berücksichtigt und er hat weder Unterlagen noch irgendeine Unterstützung erhalten.

Ich möchte wirklich mit meinem Bruder zusammenleben und mich um ihn kümmern, wir brauchen eine Chance, um gemeinsam ein neues Leben zu beginnen.

 

R: Wir hoffen, dass Familien, die gezwungen sind, sich hier effektiv und zum Wohle der Gemeinschaft integrieren, dabei berücksichtigt werden.

Wir möchten uns herzlich für eure Antworten bedanken!

Lesung mit Marc Raschke: 

 

            „Demokratie am Limit?“

Warum unser vertrauen schwindet und wie wir es zurückgewinnen

 

Wir freuen uns sehr, bekannt geben zu dürfen, dass wir 

Marc Raschke für eine Lesung aus seinem neuen Buch 

„Demokratie am Limit?“ nach Wesel holen konnten.

 

Achtung aufgrund der hohen Nachfrage findet die Lesung

jetzt in der Musik und Kunstschule Wesel statt.


Samstag, 07. Februar 2026, um 14:00 Uhr
Musik- & Kunstschule 

An der Zitadelle 13 46483 Wesel

 

Tickets können  über 

folgenden Link bestellt werden:
 

 

 

Über den Autor

 

Marc Raschke (Jahrgang 1976) ist ausgebildeter Journalist und Redakteur, studierter Politik- und Kulturwissenschaftler sowie Historiker. Seine Projekte und Strategien in den Bereichen PR und HR wurden national wie international vielfach ausgezeichnet. Bekannt wurde er unter anderem als Populismus- und Kommunikationsexperte sowie während der Corona-Pandemie als vielbeachteter „Corona-Erklärer“. Auf Instagram, Facebook und LinkedIn vermittelt er bis heute niedrigschwellig wissenschaftliche Studien, politische Zusammenhänge und gesellschaftliche Themen. Sein Buch „Du hast die Wahl“ erreichte im Vorfeld der Bundestagswahl 2025 Platz 1 der SPIEGEL-Bestsellerliste. Das Fachmagazin Pressesprecher bezeichnete ihn als „einen der kreativsten Kommunikatoren in Deutschland“. Zudem wurde er im Branchenmagazin W&V auf die Shortlist der 100 wichtigsten Köpfe der PR- und Marketingbranche gewählt. Im PR-Magazin war er im ersten Pandemie-Jahr für die Auszeichnung „Kommunikator*in des Jahres 2020“ nominiert. 2021 kürten ihn die Verbände BdKom, DPRG und GPRA sowie der PR-Rat zum „Forschungssprecher des Jahres“, ein Jahr später folgte die Auszeichnung „Interne Kommunikation Manager des Jahres“. Marc Raschke ist selbständiger PR- und Employer-Branding-Berater und Co-Gründer der Hamburger Agentur Blaulicht, die unter anderem mit dem Deutschen Preis für Wirtschaftskommunikation 2024 ausgezeichnet wurde.

Hallenfußballturnier -
voller Action in der Soccerhalle Wesel

Am Samstag, den 13.12.2025, verwandelte sich die Soccerhalle Wesel in einen Ort voller Bewegung, Begeisterung und Teamgeist. Von 10 bis 14 Uhr veranstalteten wir ein Hallenfußballturnier für Kinder und Jugendliche aus den Geflohenenunterkünften in Wesel sowie Schüler*innen der Gesamtschule am Lauerhaas.

In gemischten Teams ging es mit jeder Menge Spiel, Spaß und Fairplay aufs Feld. Die jungen Kicker*innen gaben von der ersten bis zur letzten Minute alles – Stillstand? Fehlanzeige! Gelacht, gejubelt und gekämpft wurde ununterbrochen.

Schnell war auch klar, wer sich den Titel des Schützenkönigs sichern würde: Yhor aus der Ukraine überzeugte mit seiner Treffsicherheit und ließ das Tornetz besonders oft zappeln. Yhor beduet "Kämpfer".

Das Turnier kam bei allen Beteiligten hervorragend an, sodass eine Wiederholung bereits fest eingeplant ist. Geplant ist das nächste Turnier im Zeitraum der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 – Fußballfieber garantiert!

Ein herzliches Dankeschön gilt unseren Unterstützer*innen: Marlies Hillefeld und Jens Malekiel von der Gesamtschule am Lauerhaas. Weiterhin gilt unserer Dank Frau Deborah Scheuch vom Internationalen Bund für Sozialarbeit.

Ebenso bedanken wir uns beim Fachdienst für kommunale Integration des Kreises Wesel, der die Veranstaltung mit einem Zuschuss gefördert hat.

Gemeinsam haben wir gezeigt, wie Sport verbindet!


Gedenken an die Novemberpogrome 1938 

 Stolpersteine polieren für ein sichtbares Erinnern

Auch in Wesel wird am 9. November der Opfer der Novemberpogrome von 1938 gedacht. Der Verein „Wesel für Demokratie und Vielfalt e.V.“ möchte das Gedenken in diesem Jahr sichtbar ins Stadtbild bringen.

Zwischen dem 1. und 9. November 2025 reinigen und polieren Mitglieder des Vereins die Stolpersteine in Wesel. Diese kleinen Messingtafeln erinnern an Menschen, die während der NS-Zeit verfolgt, vertrieben oder ermordet wurden.

Angesichts der aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ist das Erinnern an jene, die vor rund 80 Jahren in Deutschland als „unerwünscht“ galten, wichtiger denn je. Glänzende Stolpersteine erhellen das Stadtbild und halten die Erinnerung lebendig.

Unsere durchgeführten Aktionen

Hier findest Du Infos über durchgeführten Veranstaltungen, Aktionen und Projekte für ein demokratisches, vielfältiges und solidarisches Wesel.

Interkulturelle Tage Wesel
 03.-05.07.2025

Interkulturelle Tage Wesel –

Wir sind am Samstag 05.07.2025 dabei!

In diesem Jahr freuen wir uns, Teil der Interkulturellen Tage Wesel zu sein! Seid dabei!
Wir werden am Samstag beim „Bunten Markt der Möglichkeiten“  von 11-14 Uhr am Stand 4 vertreten sein. Gemeinsam wollen wir ein starkes Zeichen für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander in unserer Stadt setzen.

Was erwartet euch?

Unser Verein stellt sich vor – lernt unsere Arbeit kennen und erfahrt, wie ihr mitmachen könnt

Bubble Waffeln bunt und vielfältig gefüllte leckere Gaumenfreuden

Quiz mit Gewinnchance – stellt euer Wissen auf die Probe und sichert euch einen tollen Preis.

Vielfalt zum Mitmachen – erlebt, wie bunt und engagiert Wesel wirklich ist.

Vereinsfest der PPP-Tage Wesel 02.08.2025

Besucht uns beim Vereinsfest im Rahmen der PPP-Tage Wesel und lernt unseren Verein Wesel für Demokratie und Vielfalt e. V. kennen! 

Freut euch auf ein buntes Programm für Groß und Klein:

Bubble Waffeln – köstlich genießen: lecker, bunt und vielfältig wie Wesel selbst.

Quiz-Gewinnspiel – testet euer Wissen über Wesels überraschende Vielfalt und gewinnt tolle Preise. Auch für Kinder gibt es spannende Fragen, damit alle miträtseln können.

Unser Verein stellt sich vor – erfahrt mehr über unsere Arbeit, unsere Projekte und wie ihr selbst aktiv werden könnt.

Vielfalt erleben – wir zeigen, wie bunt und engagiert Wesel ist!

Kommt vorbei und erlebt mit uns, wie viel Spaß Vielfalt macht! Wir freuen uns auf euch!

 

 

Weseler Kulturnacht
20.09.2025
 

Alle unsere Veranstaltungen finden am Mehrgenerationenhaus statt!

Gemeinsam mit der Gesamtschule am Lauerhaas laden wir euch zu einer besonderen Kunstaktion ein: Gestaltet kleine Holztäfelchen (10×10 cm) individuell zum Thema „Freiheit“ – gemalt, geschrieben, gezeichnet, mit Symbolen oder Rätseln – alles ist möglich!
Eure Täfelchen könnt ihr anschließend mit nach Hause nehmen oder Teil eines großen Gesamtkunstwerks werden lassen. Außerdem gibt es spannende Informationen über den Verein „Wesel für Demokratie und Vielfalt e.V.“.

Ein weiteres Highlight ist die „Lebendige Bibliothek“, die wir in Kooperation mit dem Mehrgenerationenhaus anbieten: Statt Bücher auszuleihen, könnt ihr hier Menschen für ein 20-minütiges Gespräch „ausleihen“. Sie erzählen persönliche Geschichten, berichten von einzigartigen Lebenswegen und eröffnen ganz neue Perspektiven.

In Planung: Vielleicht erwartet euch zusätzlich noch ein Improtheater – lasst euch überraschen!

Wir freuen uns auf kreative Beiträge, inspirierende Begegnungen und einen lebendigen Abend im Mehrgenerationenhaus!

Fragen an die Bürgermeisterkanditat/innen

Im Rahmen der Bürgermeisterwahlen hat der Verein Wesel für Demokratie und Vielfalt e.V.  (WDV) alle Kandidatinnen und Kandidaten gebeten, sechs Fragen zu beantworten:

Unser Fazit:


Demokratie braucht Haltung!


Wir danken allen 6 Parteien die unsere Fragen zur Bürgermeisterwahl
beantwortet haben. Diese Befragung gibt einen Einblick in deren Haltungen zur
Förderung von Demokratie, Vielfalt und Menschlichkeit. Und auch dazu, wie sie
sich zu rechtsextremistischen Tendenzen in unserer Gesellschaft verhalten
möchten.


Demokratie ist, und das ist unsere Überzeugung, nicht verhandelbar!


Demokratie verpflichtet zur Wahrung der verfassungsrechtlichen Ordnung und
zur Achtung der Grundrechte aller Menschen. Deshalb rufen wir Euch dazu auf,
genau hinzuschauen: Welche Kandidatinnen und Kandidaten streben ein
tolerantes und respektvolles Miteinander an, um gemeinsam Lösungen zu
erarbeiten?


Parteien haben unterschiedliche Programme, dennoch müssen demokratische
Prinzipien wie Rechtsstaatlichkeit, Menschenwürde, Gleichberechtigung und der
Schutz von Minderheiten gewahrt bleiben. Wenn eine Partei in ihren
Programmen oder Taten verfassungsfeindliche Inhalte propagiert oder
Extremismus fördert, ist eine Zusammenarbeit, aus unserer Sicht, abzulehnen.


Die Antworten von 5 Parteien stimmen im Kern mit unseren Werten von
Demokratie, Vielfalt und Menschenwürde überein.


Als Verein Wesel für Demokratie und Vielfalt e.V. appellieren wir an Dich, aktiv
Verantwortung zu übernehmen. Denn durch Deine Wahl am kommenden
Sonntag den 14.September 2025, kannst Du unsere freiheitliche Demokratie und unsere Werte, so wie sie
im Grundgesetz verankert sind, stärken und schützen.

Fragen an die Bürgermeisterkanditat/innen

Im Rahmen der Bürgermeisterwahlen hat der Verein Wesel für Demokratie und Vielfalt e.V. (WDV) alle Kandidatinnen und Kandidaten gebeten, sechs Fragen zu beantworten:

  1. Wie steht Ihre Partei zu einer Zusammenarbeit mit der AfD?
  2. Was würden Sie tun, um der queeren Community in Wesel mehr Sichtbarkeit zu geben?
  3. Welche konkreten Pläne haben Sie, um Demokratie und Vielfalt in Wesel zu fördern?
  4. Welche Maßnahmen planen Sie zur Umsetzung von Inklusion?
  5. Welches Flüchtlingsheim haben Sie besucht und welchen Eindruck hat dieser Besuch hinterlassen?
  6. Wie möchten Sie die Sicherheit von Frauen fördern?

Mit dieser Aktion wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern einen klaren Einblick in die Haltungen und Ideen der Kandidierenden geben. Wir veröffentlichen die Antworten hier in ihrer Originalform, damit Sie sich selbst ein Bild machen und die Positionen vergleichen können.

Die Reihenfolge  der Kandidatinnen,  ist nach Eingang der Antworten sortiert. Die FDP und die AFD stellen zwar keine Kandidatin oder Kandidaten, dennoch hatten wir um die Beantwortung der Fragen gebeten, haben aber keine Rückmeldung erhalten.

 Der Verein WDV ist parteiunabhängig und setzt sich für ein offenes, vielfältiges und demokratisches Wesel ein.

 

Die Partei - Marcel Schoierer

Ich heiße Marcel Schoierer, bin 42 Jahre jung und Verwaltungsbeamter. Wesel ist für mich das Ziel einer langen Reise.... 

 

SPD - Rainer Benien

Rainer Benien, 40 Jahre alt, Beigeordneter der Stadt Wesel, Vorstand der Bauverein Wesel AG, Geschäftsführer der WeselMarketing GmbH, Verbandsvorsteher der VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck. Es geht um Verantwortung. Und um den Mut, sie anzunehmen.

Die Linke - Barbara Wagner

Mein Name ist Barbara Wagner, ich bin 66 Jahre alt. Von Beruf bin ich Software-Entwicklerin, inzwischen allerdings im Ruhestand. Seit fast 40 Jahren lebe ich in Wesel, fühle mich hier heimisch und möchte zu einer positiven Entwicklung der Stadt für die hier lebenden Menschen beitragen.

CDU - André Nitsche

André Nitsche, 46 Jahre alt, Beamter bei der Stadtkasse Meerbusch. Und genau deshalb möchte ich Bürgermeister werden – um Wesel gemeinsam mit seinen Menschen voranzubringen. Ich möchte meinem Sohn dieselbe wunderbare Stadt hinterlassen, wie ich sie einst erlebt habe.      
 

WFW - Jürgen Lantermann

Mein Name ist Jürgen Lantermann, 65 Jahre alt Polizeihauptkommissar a. D., Diplom-Verwaltungswirt (FH). Wesel liegt mir am Herzen, fachlich wie menschlich.

Bündenis 90/ Die Grünen

Mein Name ist Christina Heumann und ich bin 37 Jahre alt. Ich arbeite als Verwaltungsfachwirtin beim Kreis Wesel. Ich möchte Bürgermeisterin werden, weil ich das Potenzial unserer vielfältigen Stadt sehe. Ich möchte eine starke Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger um die nahenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Ich möchte dem Rechtsruck entgegentreten.

Marcel Schoierer

Die Partei

Zu meiner Person: Ich heiße Marcel Schoierer, bin 42 Jahre jung und Verwaltungsbeamter. Wesel ist für mich das Ziel einer langen Reise. Geboren in Gelsenkirchen, war mir relativ früh klar, dass ich dort weg muss. Über verschiedene Zwischenstationen näherte ich mich schließlich dem Niederrhein und konnte schließlich zusammen mit meiner Frau und meinen Eltern hier in Wesel Wurzeln schlagen. Das man sich in der Konsequenz vor Ort engagiert, einbringt und gestaltet war für mich ebenso zwingend erforderlich. Bürgermeister zu werden, war gar nicht der Plan. Eine alte Prophezeiung heißt „Wie heißt der Bürgermeister von Wesel?“ Daher kandidiere ich als Doppelspitze mit dem Esel! Der wird ein sehr guter Bürgermeister, den ich mit allen Kräften unterstütze!

1.Wie steht Ihre Partei zu einer Zusammenarbeit mit der AFD? 

Die AxD ist schäbig, schmutzig und ein Armutszeugnis für alle, die erkennen können, dass es der Führungsriege nur um persönliche Bereicherung geht. Sie hat für ihre Wähler keine einzige positive Sache erreicht. Gemeinden, die einen AxD Landrat haben, müssen Krankenhäuser und Kindergärten schließen und driften in die Verschuldung! Ach ja, und es ist eine Partei, die Nazis zu ihren Mitgliedern zählt und versucht die Demokratie abzuschaffen…und jetzt treten die in Wesel auch an…*würg* è Keine Zusammenarbeit, kein Handschlag und kein freundliches Wort! 

2. Was würden Sie tun, um der Queeren Community in Wesel mehr Sichtbarkeit zu geben?

Sichtbarkeit ist gut. Man kann bestimmt hie und da Veranstaltungen schaffen, den CSD größer machen etc… aber wichtiger wäre, dass sich queere Menschen in Wesel wohl fühlen. Ich möchte Kunst und Kreativität mehr fördern und würde mir ein Weseler Unperfekthaus nach dem Essener Beispiel wünschen. Raum für Gestaltung, Kultur, Repaircafé, Atelier, Künstlerbühne, Werkstatt und Begegnungsstätte für Jung und Alt. 

3. Welche konkreten Pläne haben Sie, um die Demokratie und Vielfalt in Wesel zu fördern? 

Ich setze meine Hoffnungen voll auf die Weseler Schüler*Innen! Die Lehrer*Innen vor Ort sind couragiert und machen einen guten Job im Unterricht. Meine Pläne in Sachen Unterstützung sind: a) mehr Schüleraustausch zu fördern, denn Reisen und fremde Menschen öffnen Augen und erweitern Horizonte. b) Debattier-Veranstaltungen oder Wettbewerbe mit attraktiven Preisen fördern Auseinandersetzen und mehrdimensionales Denken. c) Eine rotierende Einladung an alle Schulen an städtischen Veranstaltungen vorab an einem kleinen Empfang oder einem Highlight teilzunehmen, kann Teilhabe provozieren. 

4. Welche Maßnahmen planen Sie, um Inklusion umzusetzen? 

Keine meiner oben angeführten Maßnahmen schließt Inklusion aus. Gesellschaft bedeutet für mich „Alle“. Wenn ich zu wenig machen sollte oder sich jemand übergangen fühlt, steht meine Tür offen. 

5. Welches Flüchtlingsheim haben Sie besucht und welchen Eindruck hat dieser Besuch bei Ihnen hinterlassen? 

Ich kenne die Fliehburg in Dinslaken und weiß, was für Entbehrung und Durchhaltewillen ein Leben in solch Einrichtungen erfordert. Dort wohnt man nicht, wenn man nicht zwingend auf Hilfe und Schutz angewiesen ist. Vesalia Hospitalis ist daher nicht nur ein Slogan, den man im Wahlkampf vor sich herträgt, sondern eine Maxime, nach der man auch außerhalb davon handeln muss! 

6. Wie möchten Sie die Sicherheit von Frauen fördern? 

Wenn es bereits zu spät ist, brauchen wir Frauenhäuser in allen Städten und zwar genau in den Städten, die gar nicht Heimatstadt sind. Dieses Netzwerk muss besser und mit mehr Kapazitäten ausgebaut werden. Aber, wie bereits erwähnt, damit sind wir schon auf der Schadensbegrenzungsseite. Sicherheit wird durch Bildung und Selbstbewusstsein begünstigt. Femizide passieren häufig im häuslichen bzw. familiären Hier muss man ansetzen.

Rainer Benien

SPD

Name Rainer Benien, Alter 40 Jahre

Beruf

  • Beigeordneter der Stadt Wesel (Dezernat: Schule, Sport, Kultur, Jugend, Soziales, Wohnen & Integration)
  • Vorstand der Bauverein Wesel AG
  • Geschäftsführer der WeselMarketing GmbH
  • Verbandsvorsteher der VHS Wesel-Hamminkeln-Schermbeck


Das ist Verantwortung für über 350 Mitarbeitende und jedes Jahr mehr als 165 Millionen Euro.

Warum das wichtig ist?
Weil Wesel jemanden braucht, der weiß, wie man eine Stadt führt und sie weiterentwickelt.
Das habe ich bereits bewiesen: In der Verwaltung, in der Stadtgesellschaft, in der Realität.

Bezug zu Wesel

2011 kamen meine Frau und ich nach Wesel und für uns war schnell klar: Hier bleiben wir. 

Wesel ist eine Superstadt. Unsere Heimatstadt.
Wir haben hier geheiratet. Unsere beiden Kinder sind in Wesel geboren und wachsen hier auf.
Meine Familie ist sowas wie mein Ladegerät – sie gibt mir Kraft, wenn’s drauf ankommt.

Motivation

Es geht um Verantwortung. Und um den Mut, sie anzunehmen.

Ich weiß aus nächster Nähe, wie komplex die Aufgabe Bürgermeister ist: fachlich, menschlich, politisch. Was es dafür braucht? Fach- und Führungserfahrung. Klarheit. Und Lust auf Dialog. Das bringe ich mit.

Mich reizt genau das: Meine Heimatstadt Wesel gemeinsam mit den Menschen weiterentwickeln. 
Mein Ziel: Wesel soll Hauptstadt für Beteiligung werden. 
Eine Stadt, in der die Menschen nicht nur mitreden, sondern mitentscheiden.

Frage 1: Wie steht Ihre Partei zu einer Zusammenarbeit mit der AFD?

Die SPD Wesel und ich persönlich lehnen jede Zusammenarbeit mit der AfD entschieden ab; im Rat, in Ausschüssen und in weiteren Gremien.
Demokratische Politik braucht klare Grenzen. Besonders dann, wenn sie von rechts verschoben werden sollen. Wir - Politik und Zivilgesellschaft - müssen gemeinsam kämpfen: Für unsere Demokratie, für unsere Freiheit und für unsere Vielfalt. So wie auf unserer gemeinsamen Demo am 04.02.2024. Das ist Wesel. Ich werde mich der AfD und ihren Vorstellungen entschlossen entgegenstellen. Mit Haltung, mit Fakten und mit einem klaren Kompass.
Es geht darum, dass alle demokratischen Parteien zusammenarbeiten und zusammenhalten. 

Die AfD gehört nicht dazu. Denn die AfD ist menschenfeindlich und greift die Grundlagen unserer Demokratie an. Wer spaltet, Angst schürt und unsere Demokratie von innen aushöhlt, ist kein Partner. Weder jetzt, noch später. Als Demokrat ist für mich klar: Der AfD stelle ich mich mit Überzeugung entgegen, weil Wesel Haltung braucht, nicht Hetze.

Ich stehe für ein weltoffenes, solidarisches Wesel. Für Zusammenhalt statt Spaltung. Und dafür braucht es Klarheit.

Frage 2: Was würden Sie tun, um der Queeren Community in Wesel mehr Sichtbarkeit zu geben?

Ganz bewusst mit Zuhören starten: Zuerst im direkten Gespräch nachfragen: Was braucht ihr? Welche Räume fehlen?Erst zuhören, dann gemeinsam handeln. Das ist mein Ansatz: Was hilft wirklich? Wie kann queeres Leben sichtbar und sicher in Wesel gestärkt werden? So wie wir es mit dem neu gegründeten Inklusionsbeirat machen: Menschen beteiligen, statt über sie zu entscheiden. 

Mein Vorschlag für Wesel konkret:

  • Dialogforum mit queeren Menschen zur Bedarfsermittlung (analog Inklusionsbeirat)
  • Regelmäßiger “Pride-Tag” in der Stadt, inkl. Flaggen, Marktstände, CSD-Aktionen auch in Stadtteilen
  • Queer-sensible Programme für Vereine, Schulen & Jugendgruppen (z. B. via Queer-Paket)
  • Öffentlichkeitskampagnen & Dialogräume mit Stadtpolitik, Verwaltung & Bürger*innen

Für mich gilt:

Queeres Leben in Wesel ist willkommen. Es ist eine Bereicherung für unsere Stadtgesellschaft und verdient Sichtbarkeit, Sicherheit und Beteiligung.

Frage 3: Welche konkreten Pläne haben Sie, um die Demokratie und Vielfalt in Wesel zu fördern?

Mein Ziel: Wesel wird Hauptstadt für Beteiligung.

Wir starten Projekte immer mit echter Beteiligung – von Anfang an. Demokratie lebt von Teilhabe. Und die beginnt dort, wo man gehört wird und mitgestalten kann. 

3 Beispiele: 

1. Stadtteilbudget für Wesel

Sie wollen mitentscheiden, was in ihrem Stadtteil passiert? Das werden wir mit dem Stadtteilbudget für Wesel ermöglichen. Jeder Stadtteil bekommt sein eigenes Budget direkt für Ideen aus Ihrer Nachbarschaft.

Das heißt: Sie machen Vorschläge und entscheiden mit, wofür das Geld eingesetzt wird. Vom barrierefreien Weg bis zum Standort für die Parkbank.

2. Nacht der Demokratie im Heubergpark

Was passiert, wenn Demokratie nicht im Rathaus bleibt, sondern in den Park zieht? Inspiriert vom dänischen Folkemøde schaffen wir ein offenes Festival der Ideen. Es bringt Menschen, Vereine, Unternehmen, das Ehrenamt, Wohlfahrtsverbände, Gewerkschaften, Verbände, Politik, Kunst, Kultur, Musik und viele mehr auf Augenhöhe ins Gespräch. Mit Diskussionen, Workshops, und kulturellem Austausch – und ganz viel Lust auf Mitgestaltung.

Und das Besondere: Was hier entsteht fließt direkt in die Ratsarbeit ein. So stellen wir uns das vor.

 3. Wesel zu Fuß – sicher und barrierefrei

Gemeinsam mit allen Menschen wird ein Fußwege-Check gemacht: Wo sind Hindernisse, schlechte Beleuchtung, Stolperfallen? Ergebnis: Ein Maßnahmenplan für alle Stadtteile. Ein Mitmachprojekt für alle mit Verbindlichkeit in der Umsetzung. Am Großen Markt haben wir schon angefangen - die Testfläche für ein barrierefreies Pflaster ist auf Initiative der SPD-Fraktion entstanden.

 Frage 4: Welche Maßnahmen planen Sie, um Inklusion umzusetzen?

Inklusion heißt für mich: alle sichtbar machen, Teilhabe ermöglichen, und zwar in allen Lebenslagen. 
Hier geht’s zu einer persönlichen Geschichte von mir: 
https://www.rainer-benien.de/2025/01/05/das-bin-ich-eine-persoenliche-story/ 

Beteiligung stärken:
Wir bauen weiter auf echte Beteiligung, wie beim Jugendrat, dem Seniorenbeirat und dem Inklusionsbeirat.
Denn wer mitreden kann, fühlt sich gehört und ernst genommen.
 

Inklusives Handlungskonzept weiter umsetzen:
Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern wurde ein umfassendes Handlungskonzept entwickelt; für Barrierefreiheit, Quartiersarbeit und soziale Koordinierung.
Ich werde seine Umsetzung mit Nachdruck weiter vorantreiben. Für dieses Jahr haben wir es sogar geschafft, Wettkämpfe von Special Olympics NRW nach Wesel zu holen. 


Barrierefreie Stadt fördern:
Wir arbeiten weiter in der Arbeitsgruppe „Barrierefreie Stadt“ konkret an Themen wie Mobilstationen, sicheren Fußwegen, Beleuchtungskonzepten und barrierefreien Haltestellen.
Und das immer gemeinsam mit den Betroffenenverbänden der Hansestadt Wesel, wie dem ehrenamtlichen Behindertenbeauftragten für Wesel, dem VDK und weiteren.

Inklusive Quartiere schaffen:
Inklusion findet im Alltag statt, deshalb stärken wir die soziale Arbeit in den Quartieren:
mit Familienzentren in Kitas, Familiengrundschulzentren, generationenübergreifendem Wohnen und barrierefreiem Wohnungsbau.


Frage 5: Welches Flüchtlingsheim haben Sie besucht und welchen Eindruck hat dieser Besuch bei Ihnen hinterlassen?

Die dezentrale Unterbringung, möglichst in Wohnungen, ist die richtige Wahl. Von über 2.500 Personen mit Fluchtgeschichte in Wesel, sind über 2.000 Personen dezentral untergebracht. Als Sozialdezernent kenne ich alle Unterkünfte in Wesel. Nicht aus Akten, sondern aus direkten Begegnungen.

Ich nehme aus solchen Besuchen immer zwei Dinge mit: Erstens: Wie wichtig Sprache, Bildung und Arbeit für Integration sind. Zweitens: Dass wir geflüchtete Menschen nicht nur versorgen, sondern einbinden müssen. Integration passiert nicht von allein. Sie braucht Raum, Respekt und echte Teilhabe. Deshalb haben wir den Internationalen Bund eingebunden, um die Integrationsarbeit in Wesel weiterzuentwickeln. Wer hier lebt, soll aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Ein Schlüssel dafür ist die Sprache. Darum stärken wir gezielt unsere Volkshochschule, den größten Anbieter für Deutschkurse in der Region.
Zum Beispiel haben wir die Lehrkräfte fest angestellt, um Verlässlichkeit zu schaffen und das Angebot dauerhaft zu sichern.

 

Frage 6: Wie möchten Sie die Sicherheit von Frauen fördern?

Sicherheit fängt früh an. 

Deshalb setzen wir auf Prävention in Schulen und Jugendzentren.
Nicht alle holen sich Hilfe. Deshalb braucht es Menschen, die aktiv auf andere zugehen. Das Wichtigste: Wir müssen Betroffene ernst nehmen. Immer.
Ich habe mit vielen Frauen in unserer Stadt über Sicherheit gesprochen. Ihre Erfahrungen zeigen: Oft reicht ein dunkler Weg oder eine stille Haltestelle, um sich unsicher zu fühlen.

Darum setzen wir auf einen breiten Präventions- und Sicherheitsansatz:

Streetwork stärken:
Wir wollen mehr Streetwork in Wesel, sie sind da, wo Hilfe gebraucht wird. Sie hören zu, vermitteln und bauen Vertrauen auf bevor Probleme eskalieren. Das ist gelebte Prävention und Unterstützung. Und ein wichtiger Beitrag für mehr Sicherheit und Zusammenhalt.

Stadtwacht verdoppeln.
Wir verdoppeln das Personal der Stadtwacht und sorgen für sichtbare Sicherheit in allen Stadtteilen.

Nachttaxi für Frauen:
Wir prüfen die Einführung eines sicheren Nachttaxi-Angebots für Frauen in Wesel. Wer nachts unterwegs ist, soll sich sicher fühlen können – auch ohne eigenes Auto.

Ein neues Frauenhaus für Wesel:
Gewalt gegen Frauen ist kein Randproblem. Sie passiert täglich, mitten unter uns. Mit dem neuen Gewalthilfegesetz besteht ein Rechtsanspruch auf Schutz und Hilfe – wir fordern ein, dass auch in Wesel entsprechende Plätze entstehen: Ein Frauenhaus, Schutzwohnungen, Beratungsstellen. Und: Gewalt muss konsequent strafrechtlich verfolgt werden.

Mehr Licht = mehr Sicherheit:
Wir errichten neue Straßenlaternen dort, wo sich Menschen unsicher fühlen. Die Standorte sollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern festgelegt werden.

Mehr Notrufsäulen:
Wir wollen zusätzliche Notrufsäulen in allen Stadtteilen – einfach erreichbar, auch ohne Handy. Die Bürgerinnen und Bürger vor Ort wissen am besten, wo sie gebraucht werden. Sichtbare Sicherheit durch Beteiligung.

Schaut auch gerne auf meinen Kanälen vorbei und lernt mich kennen. Zum Beispiel was ihr noch nicht über mich wusstet.


Homepage: www.rainer-benien.de 

Instagram: www.instagram.com/rainer.benien/

Facebook: https://www.facebook.com/share/1GeXBr9NQj/?mibextid=wwXIfr

YouTube: https://youtube.com/@rainerbenien?si=6etfUvR-Kge4LQql

TikTok: https://www.tiktok.com/@rainer.benien?_t=ZN-8yUIVBrXoJD&_r=1

 

Barbara Wagner

Die Linke

Mein Name ist Barbara Wagner, ich bin 66 Jahre alt.

Von Beruf bin ich Software-Entwicklerin, inzwischen allerdings im Ruhestand.

Seit fast 40 Jahren lebe ich in Wesel, fühle mich hier heimisch und möchte zu einer positiven Entwicklung der Stadt für die hier lebenden Menschen beitragen.

Aufgrund meiner langjährigen Erfahrungen in der Kommunalpolitik bin ich der Meinung, dass die Stadt Wesel andere Schwerpunkte setzen müsste.

 

Frage 1: Wie steht Ihre Partei zu einer Zusammenarbeit mit der AFD?

Für eine Zusammenarbeit mit der AfD sehe ich keinerlei Grundlage wegen ihrer verfassungsfeindlichen Ziele und menschenverachtenden Ansichten.

 

Frage 2: Was würden Sie tun, um der Queeren Community in Wesel mehr Sichtbarkeit zu geben?

Am „Internationalen Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie“, am „Deutschen

Diversity-Tag“ und bei anderen passenden Gelegenheiten würde ich im Rathausinnenhof gut sichtbar die Regenbogenflagge hissen lassen (geht auf einen Antrag der Linken im Jahr 2020 zurück). Ich würde öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen wie den CSD unterstützen. Für nicht-heterosexuelle Jugendliche müssen Freizeitangebote geschaffen werden, die Ihnen Raum geben, sich frei zu entfalten und mit der eigenen Identität auseinander zu setzen. Verteilt im Stadtgebiet müssen nicht-kommerzielle Treffpunkte geschaffen werden – nicht nur, aber insbesondere auch für die Queere Community.

 

Frage 3: Welche konkreten Pläne haben Sie, um die Demokratie und Vielfalt in Wesel zu fördern?

Politische Bildung, die Vermittlung der Grundlagen unserer Demokratie und unserer humanistischen Werte ist hier an erster Stelle zu nennen. Daneben braucht es Räume für Vorträge und Diskussionen zu politischen Themen. Beteiligungsformate bei politischen Entscheidungen müssen fortgeführt und weiter ausgebaut werden. Entscheidungsprozesse müssen transparent gemacht und die Informationen allen Bürger:innen zugänglich gemacht werden.

 

Frage 4: Welche Maßnahmen planen Sie, um Inklusion umzusetzen?

Inklusion ist mehr als Rampen und abgesenkte Bordsteine. Inklusive Lösungen müssen von Anfang an mitgedacht werden und alle Arten von Einschränkungen berücksichtigen. Eine stärkere Einbindung des kürzlich gegründeten Inklusionsbeirats in die politische Arbeit analog dem Integrationsrat könnte hier Fortschritte bringen.

Besonders wichtig ist mir, politische Inhalte möglichst barrierefrei zugänglich zu machen durch Nutzung leichter Sprache, Gebärdensprache oder ähnliches.

 

Frage 5: Welches Flüchtlingsheim haben Sie besucht und welchen Eindruck hat dieser Besuch bei Ihnen hinterlassen?

Bisher habe ich kein Flüchtlingsheim besucht, weiss aber durch Gespräche mit Mitgliedern der Flüchtlingshilfe einiges über die Situation. Die Unterbringung in Flüchtlingsheimen bietet den Geflüchteten keinerlei Privatsphäre. Diejenigen, die in Sprach- oder Integrationskursen sind oder einer Arbeit nachgehen, haben kaum Möglichkeiten, zu lernen, sich vorzubereiten, zu entspannen. Alle anderen haben wenig Möglichkeiten, sich sinnvoll zu beschäftigen. Diese Lebensumstände erschweren die Integration.

 

Frage 6: Wie möchten Sie die Sicherheit von Frauen fördern?

Intelligente, energiesparende und umweltschonende Beleuchtungssysteme wie am Mölderplatz können dunkle Bereiche aufhellen und Angsträume verhindern. Kurse zur Selbstbehauptung und Selbstverteidigung können zu mehr Selbstsicherheit beitragen, aber auch die Auseinandersetzung mit tradierten Geschlechterrollen ist erforderlich. Frauenberatungsstellen und Selbsthilfegruppe müssen gefördert und auskömmlich finanziert sein. Daneben müssen von Gewalt betroffene Frauen Hilfe und Unterstützung erhalten bis hin zu Plätzen in Frauenhäusern, deren Zahl dringend ausgebaut werden muss.

 

André Nitsche

CDU

Name: André Nitsche

Alter: 46

Beruf: Beamter bei der Stadtkasse Meerbusch

Bezug zu Wesel: Wesel ist meine Heimatstadt. Hier bin ich aufgewachsen, zur Schule gegangen, habe meine Frau und Freunde kennengelernt und meine Familie gegründet. Hier stehen die Elternhäuser unserer Familien und unserer Freunde und Verwandten. Egal, wohin mich das Leben geführt hat – beruflich oder privat – Wesel war immer mein Heimathafen. Hier habe ich meine ersten Erfahrungen gesammelt: bei den Pfadfindern, im Schützenverein, beim Karneval und im Sportverein. Hier habe ich gelernt, was Zusammenhalt, Verantwortung und Gemeinschaft bedeuten. Dort habe ich Wesel lieben gelernt. Ich lebe nicht hier, weil ich es muss oder um Geld zu verdienen. Ich lebe hier, weil ich die Menschen, ihre Art zu leben und den festen Halt in unserer Stadt liebe.

Meine Motivation, Bürgermeister von Wesel zu werden: Und genau deshalb möchte ich Bürgermeister werden – um Wesel gemeinsam mit seinen Menschen voranzubringen. Ich möchte meinem Sohn dieselbe wunderbare Stadt hinterlassen, wie ich sie einst erlebt habe.      

 

Frage 1: Wie steht Ihre Partei zu einer Zusammenarbeit mit der AFD?

Die CDU Deutschland hat hierzu eine klare Beschlusslage: Keine Zusammenarbeit mit der Alternative für Deutschland. So haben wir es auf dem 31. Parteitag der CDU Deutschlands am 8. Dezember 2018 in Hamburg beschlossen.

 

Frage 2: Was würden Sie tun, um der Queeren Community in Wesel mehr Sichtbarkeit zu geben?

Meine Frau und ich lehren unseren Sohn, dass Respekt vor dem Leben und der Liebe das Wichtigste ist. Es ist für unsere Familie selbstverständlich, dass alle Lebensaspekte – sei es in hetero-, homo- oder anderen Partnerschaften – an unserem Tisch Platz finden. Unser Freundeskreis setzt sich aus Menschen zusammen, die stolz auf ihre Partner und ihren Lebensstil sind – unabhängig davon, ob sie Kinder haben oder verheiratet sind. Ihr Wunsch war es nie, sichtbarer zu werden; sie wollen einfach als gleichwertiges Mitglied unserer Gemeinschaft respektiert werden. Dafür setze ich mich genau ein – für ein normales Zusammenleben.

 

Frage 3: Welche konkreten Pläne haben Sie, um die Demokratie und Vielfalt in Wesel zu fördern?

Demokratie ist lebendig, wenn alle mitmachen. Politik muss in alle Ortsteile gebracht werden – zu den Leuten. Ich möchte mehr Bürgersprechstunden, offene Dialogformate und die direkte Einbeziehung von Vereinen, Schulen und Initiativen. Für mich bedeutet Vielfalt: Jeder Mensch hat seinen Platz, und niemand wird ausgeschlossen. Das umfasst, dass alle zu Wort kommen. Auch die Formate wie Online-Ratssitzungen müssen überdacht werden, um eine echte Beteiligung zu fördern.

 

Frage 4: Welche Maßnahmen planen Sie, um Inklusion umzusetzen?

Für mich bedeutet Inklusion, mentale und alltägliche Barrieren abzubauen. Öffentliche Gebäude sowie Freizeit- und Bildungsangebote müssen weiterhin barrierefreier gestaltet werden. Ich möchte gezielt Vereine und Initiativen unterstützen. Für mich stellt der Bürgerbus einen bedeutenden Baustein dar: Er verbindet die Ortsteile, sorgt für Mobilität für alle und ermöglicht Menschen mit Einschränkungen eine echte Teilhabe. Wir treffen Entscheidungen nicht über die Betroffenen, sondern mit ihnen. 

 

Frage 5: Welches Flüchtlingsheim haben Sie besucht und welchen Eindruck hat dieser Besuch bei Ihnen hinterlassen?

Als Kommunalbeamter besuche ich aus dienstlichen Gründen zwei Mal pro Woche die Unterkünfte für Geflüchtete. Diese dienen als temporärer Lebens- und Wohnraum bis zur Statusfeststellung. Obwohl sie einfach sind, bieten sie Sicherheit und Stabilität, was besser ist als ein Leben in einem Kriegs- oder Krisengebiet. Mein Eindruck: Die meisten halten sich dort nicht lange auf, und diejenigen, die bleiben, haben sich eingerichtet und angepasst. 

 

Frage 6: Wie möchten Sie die Sicherheit von Frauen fördern?

Für mich ist Sicherheit für Frauen ein Bestandteil einer Stadt, in der Menschen aus allen Teilen der Gesellschaft frei und ohne Sorgen leben können. Es ist notwendig, dass die Innenstadt zu einem Ort wird, an dem alle Frauen sich jederzeit sicher fühlen. Hierfür sind eine zielgenaue Gefahrenanalyse und konkrete Maßnahmen erforderlich – wie etwa eine verbesserte Beleuchtung, ein höherer Einsatz von Polizei und Ordnungsdienst sowie technische Unterstützung durch Webcams. Es ist unerlässlich, präventiv tätig zu werden und klar gegen die Täter vorzugehen.

Jürgen Lantermann

WFW

Zu meiner Person:

Mein Name ist Jürgen Lantermann, 65 Jahre alt, Polizeihauptkommissar a. D., Diplom-Verwaltungswirt (FH).

Ich wohne seit 65 Jahren in Wesel, und das sehr, sehr gerne. Wesel liegt direkt am Rhein, seine Stadtteile sind lebenswert. Wesel hat viel Grün (bei der Betrachtung vom Wasserturm oder vom Dom aus gesehen).

Motivation:

Wesel liegt mir am Herzen, fachlich wie menschlich.

Mir ist Wesel wichtig. Ich traue mir das Amt zu, habe Führungserfahrung und verfüge über erforderliche akademische Verwaltungskenntnisse.

Ich bin unabhängig, von keinen Anweisungen und Vorgaben etablierter Parteien abhängig, nur den Bürgerinnen und Bürgern Wesels verantwortlich.

Für Wesel da und bürgernah.

 

Frage 1: Wie steht Ihre Partei zu einer Zusammenarbeit mit der AFD?

Zur AFD gibt es von unserer Seite her keine Brandmauer. Die AFD ist eine demokratische Partei, die den momentanen Anforderungen aller Rechtstaatlichkeit und daher aller Wahlordnungen entspricht. Die AFD wurde im Bund und in einigen Bundesländern bereits demokratisch gewählt. Das gilt wahrscheinlich auch bei der kommenden Kommunalwahl für den Bereich der Stadt Wesel. Also ist das ein demokratischer Vorgang, dem wir uns sehr selbstbewusst stellen. Wir bedauern es zwar außerordentlich, dass es soweit kommen musste, verschließen uns aber nicht der Gegenwart und werden versuchen, mit Sachargumenten Grundlagen für eine weitere zukünftige und freiheitliche Demokratie zu bilden.

 

Frage 2: Was würden Sie tun, um der Queeren Community in Wesel mehr Sichtbarkeit zu geben?

Die Sichtbarkeit der queeren Menschen ist aus unserer Betrachtung her bereits vorhanden. Die Sichtbarkeit ist da und darf nicht mehr besonders herausgestellt werden. Die Queere Community sollte als normal angesehen und als normal behandelt werden. Bloß keine übertriebene Aufmerksamkeit, sie bietet Raum für Unverständnis und schürt nur Hass. Lass sie machen, lass sie agieren, lass uns nicht so sehr darum kümmern. Dann kann sich die Queere Community in Ruhe entwickeln, aber auch mit ihr die Gesellschaft insgesamt.

 

Frage 3: Welche konkreten Pläne haben Sie, um die Demokratie und Vielfalt in Wesel zu fördern?

Aus unserer Sicht sind Demokratie und auch Vielfalt in Wesel bereits vorhanden. Im Rat und in den Ausschüssen der Stadt Wesel, einschließlich dem Integrationsrat, dem Jugendrat und dem Seniorenbeirat sind alle Menschen vertreten und vereint oder aber hierin vertretungsweise entsandt und auch organisiert. Die Meinungsbildung wird somit abgebildet und ist auf allen Ebenen vorhanden.

Daneben gibt es Vereine in Wesel zur Inklusion, die von der Gesellschaft und der Politik unterstützt werden. 

 

Frage 4: Welche Maßnahmen planen Sie, um Inklusion umzusetzen?

Inklusionsbemühungen sollten schon früh in der Erziehung und im familiären Umfeld beginnen. Hier müsste frühzeitig auf die Einzigartigkeit eines jeden Meschen abgestellt werden, eventuelle Unterschiede zu anderen Menschen als normal, ja, sogar als interessant und bereichernd dargestellt werden. Menschen sind vielleicht alle etwas anders, manche auch sehr viel anders, aber alle eben auch Menschen mit eigener Menschenwürde, egal in welcher Gedankenwelt oder egal in welchem Geschlecht gerade unterwegs. Sie alle dürfen sich auf diese Menschenrechte berufen und auch hoffen, diese auch von anderen so akzeptiert werden. 

Geistig und körperlich Eingeschränkte, Menschen anderer Nationen oder Menschen aus anderen Religionen sind genauso Menschen wie du und ich.

Neben dem Elternhaus kommen Inklusionsmaßnahmen von Kitas und Kindertagespflegen, Grund- und weiterführenden Schulen, Vereinen und dem allgemeinen gesellschaftlichen Leben in Betracht.

Ja, sogar der Arbeitsmarkt sollte sensibilisiert werden, müsste sich für die Inklusion öffnen. Hierbei würden tatsächlich Hürden übersprungen werden und Menschen mit Inklusionshintergrund zu vereinten Menschen gemacht werden können.

Möglichkeiten müssten geschaffen werden, dass jeder seinen Platz in der Gesellschaft findet, egal welche geistigen, körperlichen oder religiösen Unterschiede vorhanden sind. 

 

Frage 5: Welches Flüchtlingsheim haben Sie besucht und welchen Eindruck hat dieser Besuch bei Ihnen hinterlassen? 

Als ehemaliger Polizeibeamter war ich in den Asylbewerberheimen, heute Flüchtlingsheimen, der Kommunen tätig, in denen ich Dienst verrichtete. 

Hierzu gehörten Einsätze zu Hilfeleistungen, Einsätze zu Präventions- und Aufklärungsmaßnahmen. Später kamen Besuche zur allgemeinen Kontaktpflege hinzu.

Nach meiner aktiven Polizeiarbeit war ich in Wesel in Flüchtlingsheimen in der Fluthgrafstraße und in der Alten Delogstraße zu Gast. Es gibt Unterschiede wie zum Beispiel beim Unterbringen von unbegleiteten, minderjährigen Flüchtlingen oder auch bei Flüchtlingen, die aufgrund ihrer unterschiedlichen Nationalität oftmals aneinandergeraten. Hier muss entsprechend vorgegangen werden, Besonderheiten und Konfliktpotentiale müssen erkannt werden. 

 

Frage 6: Wie möchten Sie die Sicherheit von Frauen fördern?

Für Wesel gibt es aus unserer Sicht kein spezielles Problem bei der Sicherheit von Frauen. Es sind ausgeleuchtete Frauenparkplätze in Parkhäusern vorhanden. Es gibt jedoch kein spezifisches Phänomen bezüglich von Gewalt an Frauen, mit Ausnahme der häuslichen Gewalt in Familien. Diese findet oftmals in einem Kriminalbereich statt, der von außen gar nicht wahrgenommen wird, somit auch nach außen gar nicht stattfindet. Hier müssten weitere öffentliche, kriminalpolizeiliche Aufklärungsmaßnahmen initiiert werden, um bei Auffälligkeiten sensibler zu werden, damit zum Schutze der Frauen reagiert werden kann. 

 

Christina Heumann

Bündnis 90/ Die Grünen

Mein Name ist Christina Heumann und ich bin 37 Jahre alt. Ich arbeite als Verwaltungsfachwirtin beim Kreis Wesel. Ich bin in Wesel geboren und aufgewachsen, kurz: Wesel ist meine Heimat.

Ich möchte Bürgermeisterin werden, weil ich das Potenzial unserer vielfältigen Stadt sehe. Ich möchte eine starke Verwaltung für die Bürgerinnen und Bürger um die nahenden Herausforderungen gemeinsam anzugehen. Ich möchte dem Rechtsruck entgegentreten.

 

Frage 1: Wie steht Ihre Partei zu einer Zusammenarbeit mit der AFD?

Eine Zusammenarbeit ist ausgeschlossen. Mit Rechtsextremisten kann und wird es keine Zusammenarbeit geben.

 

Frage 2: Was würden Sie tun, um der Queeren Community in Wesel mehr Sichtbarkeit zu geben?

Zunächst würde ich sie aktiv ansprechen. Wir planen eine Veranstaltung, zu der wir die queeren Mitbürger*innen in Wesel einladen, um zu erfahren, welche Initiativen sich diese von der Politik in Wesel wünschen. Ich könnte mir einen CSD oder ein Sommerfest im Sinne des CSDs vorstellen.

 

Frage 3: Welche konkreten Pläne haben Sie, um die Demokratie und Vielfalt in Wesel zu fördern?

Für mich ist die Bürgerbeteiligung sehr wichtig. Wir GRÜNEN setzen uns weiterhin für eine Fragestunde vor jeder Ausschuss– und Ratssitzung ein. Bei städtebaulichen Planungen müssen die Bürger:innen mit einbezogen werden. Ich setze mich für die Einrichtung einer Bürger:innen-App ein, mit deren Hilfe Befragungen durchgeführt werden könnten. Eine regelmäßige Einbeziehung der Jugendlichen in den Stadtteilen möchte ich umsetzen. Der mit unserer ausdauernden Forderung eingerichtete Jugendrat wird von uns vollumfänglich weiter unterstützt.

Ich setze mich dafür ein, dass wir Alle in einer vielfältigen und offenen Gesellschaft mit den gleichen Chancen und mit einem gesellschaftlichen Zusammenhalt leben können. Wir möchten die Integration Geflüchteter weiter stärken, die Vielfalt feiern, den kulturellen Austausch fördern und Allen eine gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.

Frage 4: Welche Maßnahmen planen Sie, um Inklusion umzusetzen?

Barrierefreiheit ist für mich in der Verwaltung und der ganzen Stadt ein wichtiges Ziel. Wir möchten generationengerechte Wohnformen und Mobilität fördern. Von der Kita bis zur Erwachsenenbildung wollen wir den Ausbau der Inklusion und die individuelle Förderung stärken. Wegen der Zunahme der Menschen die gleichzeitig von psychiatrischen Erkrankungen, Sucht und Obdachlosigkeit betroffen sind, möchten wir regelmäßige „runde Tische“ einführen, die die Zusammenarbeit aller mit der Problematik befassten Akteure verbessern.

 

Frage 5: Welches Flüchtlingsheim haben Sie besucht und welchen Eindruck hat dieser Besuch bei Ihnen hinterlassen?

Ich habe 2015/2016 die Notunterkunft in Zuständigkeit der Kreisverwaltung an der Trappstraße mit aufgebaut. Hier haben wir Menschen, die über die deutsch-österreichische Grenze eingereist sind, aufgenommen und versorgt. Ich habe den Menschen beim Bezug ihrer Zimmer geholfen und zu medizinischen Untersuchungen begleitet.

Viele Menschen, die ich getroffen habe, haben mich beeindruckt. Ein konkretes Beispiel möchte ich ausführen. Ein junges Ehepaar mit drei kleinen Kindern ist aus Syrien über das Mittelmeer geflüchtet. Diese Strecke hatte der Vater mit einem gebrochenen Fuß zurückgelegt. Das hat mir nochmals eindrücklich bewiesen, dass niemand freiwillig seine Heimat verlässt und er alles für seine Familie macht, um sie in Sicherheit zu bringen. Für mich ist es wichtig, dass Geflüchtete weiterhin in kleinen Einheiten untergebracht sind. Wir möchten, das die Unterkünfte an Orten mit leichtem Zugang zu Kitas, Schulen, Sprachkursen und Einkaufsmöglichkeiten errichtet werden.

 

Frage 6: Wie möchten Sie die Sicherheit von Frauen fördern?

Die Beratungsangebote insbesondere bei Gewalt gegen Frauen müssen ausgeweitet werden. Niederschwellige Angebote müssen geschaffen werden. Wir fordern ausreichend Schutzwohnungen einzurichten.

Orte und Wege sollten besser beleuchtet werden. Ich möchte Taxigutscheine für Frauen für den nächtlichen Nachhauseweg einführen.

Wir möchten allen Interessierten auch die Lektüre unseres Wahlprogramms zur Kommunalwahl empfehlen, dass Sie auf unserer Webseite finden:

https://www.gruene-wesel.de/kommunalwahl/wahlprogramm/

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.